Anja
Kruse
wurde am 5. August 1956 als Tochter eines Unternehmers in
Essen geboren und wuchs auch dort auf.
Früh
schon am Schauspielberuf interessiert, spielte sie schon als
Fünfzehnjährige in der Theatergruppe ihrer Schule.
Noch vor Ihrem Abitur studierte sie an der Essener Folkwangschule
Schauspiel, Tanz und Gesang (Chanson und Musical).
Von
der Günther-Neumann-Stiftung in Berlin erhielt sie 1983
den Förderpreis für Musical.
Ihr
erstes Engagement erhielt sie an den Städtischen Bühnen
in Münster, Bühnendebüt mit der Rolle der Bianca
in "Weiße Ehe" von Taddeus Roszewicz; dann
war sie bis 1983 am Thalia-Theater Hamburg engagiert, es folgten
Gastverträge am Theater des Westens, Musiktheater Gelsenkirchen,
Staatstheater Oldenburg. Ihre wichtigsten Rollen in dieser
Zeit: Luise in Schillers "Kabale und Liebe", Marie
in Shakespeares "Was Ihr wollt", Pinters "Geburtstagsfeier",
Kohouts "Attest" und Neill Simons Musical "Sie
spielen unser Lied".
Seit 1984 arbeitet sie als freie Schauspielerin.
Dem
breiten Publikum wurde A.K. vor allem durch ihre Fernseharbeit
bekannt. Ihr TV-Debüt gab sie an der Seite von Willy
Millowitsch in Heinrich Spoerls "Der Maulkorb" beim
WDR.
1981
sah man sie in einer schwierigen Hauptrolle im TV-Psychokrimi
"Fahrt nach Schlangenbad".
1983
wurde sie von Wolfgang Rademann für das "Traumschiff"
entdeckt, der Anfang einer langen Zusammenarbeit ("Schwarzwaldklinik",
weitere "Traumschiff"-Episoden etc...)
Den eigentliche Durchbruch schaffte sie in der Titelrolle
des ZDF-Vierteilers "Die Schöne Wilhelmine"
(1984) für die sie die Goldene Kamera bekam.
Ihr
privater Weg führte sie über Münster und Hamburg
nach Wien,
als Ihr damaliger Lebenspartner Heinz Hellberg (Operettenbuffo,
Jahrg.44) an die Wiener Volksoper engagiert wurde. In dieser
Zeit drehte sie sehr viel für das österreichische
Fernsehen und eroberte
in Windeseile das Publikum dort, das ihr bis heute treu ist.
Zum Beispiel die komödiantische Anti-Familien-Serie von
Peter Hajek "Wenn das die Nachbarn wüßten"
oder die Doderer-Verfilmung der Strudelhofstiege ("Melzer
oder die Tiefe der Jahre") - zwei völlig gegensätzliche
Rollen.
Überhaupt
hat A.K. immer versucht, sich nicht festlegen zu lassen und
ihr Repertoire möglichst vielseitig und konträr
zu gestalten.
So drehte sie z.B. im selben Jahr Schillers Maria Stuart,
den Kinofilm "Die Einsteiger" mit Thomas Gottschalk
und die leukämiekranke Claudia in der "Schwarzwaldklinik"
In dieser Zeit in Wien begann sie auch klassischen Gesang
zu studieren.
Mit
Heinz Hellberg zusammen trat sie in vielen Fernsehshows wie
"ARD-Wunschkonzert", "Melodien für Millionen",
u.v.m. mit Musical-und Operetten-Nummern auf.
1989
trennte sich das Paar, aber A.K. blieb in Wien und pendelte
zu den Dreharbeiten nach München für die Serie "Forsthaus
Falkenau".
Seit
1992 arbeitet sie überwiegend in internationalen Produktionen
(Frankreich, Italien, Kanada, Südafrika) und damit kam
auch die endgültige Trennung von der netten TV-Familien-Idylle.
Eine radikale Image-Änderung war notwendig, denn A.K.
wollte nicht in der Schublade der Familienserie stecken bleiben.
Mit
der Produktion "Die Abenteurer vom Rio Verde" (1992)
änderte sich auch ihr privates Leben radikal. Sie verliebte
sich den französischen Regisseur dieses Films, Jean-Louis
Daniel (Jahrg.55) und folgte ihm nach Paris.
Unter
seiner Regie machte sie auch einige mutige "Ausflüge"
in andere Rollenfächer: wie z.B. "Thelma" und
"Vera" (Erotikthriller, 93+96)) oder als knallharte
Polizistin in dem Kinofilm "Gun Blast Vodka" (1998)
1995
heirateten die beiden in Salzburg im Schloß Mirabell,
und inszenierten ihre Hochzeit als prächtiges Spektakel.
1999
verlegte das Paar seinen Hauptwohnsitz aufs Land. Ein Bauernhof
in der Normandie, eine Autostunde von Paris entfernt.
Seit 2008 sind Anja Kruse und Jean-Louis Daniel geschieden, weiterhin aber freundschaftlich verbunden. Anja Kruse ist seither in Südfrankreich ansässig und verbringt den Sommer regelmäßig in Salzburg, da sie nach wie vor eine große Affinität zu Österreich hat, wo sie einem breiten Publikum als böse Viktoria Perterer in der Heimatfilmreihe mit Hansi Hinterseer bekannt ist
In den letzten Jahren drehte Anja Kruse vornehmlich in internationalen Produktionen wie "Metamorphosis" und "Gardener Of God" (beides mit Christopher Lambert) sowie in einer Verfilmung über das Leben von Vivaldi "The Red Priest"
2008 erfüllte sie sich mit ihrer Rolle "Johanna, Köchin aus Leidenschaft" einen Herzenswunsch, nämlich ihre private Leidenschaft fürs Kochen in einem Film unterzubringen.
Trotz vieler erfolgreicher TV-Filme und Reihen wie "Rosamunde Pilcher", "Uta Danella"- und "Barbara Wood"-Verfilmungen, "Soraya", "Verwirrung des Herzens", oder "Klinik unter Palmen" (A.K.s erste richtig"böse" Rolle in Deutschland), die Beziehungskomödie "Jetzt bin ich dran, Liebling", oder die Adelsgeschichte "Kristallprinzessin", "Inga-Lindström"-Filmen, diversen Auftritten in der Serie "Der Alte" und Ausflügen in die skurrile Welt der PRO7-Märchenstunde bleibt A.K immer wieder dem Theater treu. Sie war in den letzen Jahren regelmäßiger Gast der Festspiele Bad Hersfeld ("Dreigroschenoper", "Der Bürger als Edelmann"), spielte mit Riesenerfolg die Olive in Neill Simons "Ungleichem Paar" fast dreihundert mal. Unlängst sah man sie als zwielichtige Madame Therbouche in Eric Emanuel Schmitts Erfolgsstück "Der Freigeist". Im November 2006 spielte sie in der deutschen Erstauffführung von Terry Johnsons Bühnenfassung von "Die Reifeprüfung" die legendäre Mrs. Robinson, eine mutige Rolle, wo sie für Sekunden auch nackt auf der Bühne stand.
Musik ist Anja Kruses Passion, deshalb trifft man sie auch schon mal auf einer Konzertbühne oder im Plattenstudio an. Im Herbst/Winter 2004/5 brillierte sie als "Fee" in dem deutschen Musical "Die Schöne und das Biest" im Deutschen Theater in München mit Gastspielen in Frankfurt, Baden-Baden und Wien.
Im Februar 2009 feierte die Schauspielerin auf der Bühne der Komödie im Bayerischen Hof in München nach ihrer Vorstellung "Reifeprüfung" zusammen mit Freunden und Kollegen ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum.
"Nebenbei" macht die Schauspielerin auch noch Lesungen zu diversen Themen (persönlicher Lieblingsschwerpunkt: Weihnachten) sowie Moderationen
Ihre Hobbies:
Kochen (seit ihrer Mitwirkung bei "Cooking For Friends" traut sie sich an die Sterneküche, Schwerpunkt mediterran und euro-asiatisch), Ihr Lieblingskoch: Holger Stromberg (bekocht derzeit die deutsche Fußballnationalmannschaft)
A.K. könnte sich durchaus vorstellen, irgendwann mal ein Restaurant zu eröffnen.
Bücher (am liebsten Biografien), klassische Musik (am liebsten Mozart), Skifahren seit frühen Kindertagen (am liebsten in Alta Badia), Reiten (seit der Zeit als sie in einer Show in Wien Winnetous Schwester spielte sitzt sie relativ häufig im Sattel), mit frisch erworbener Platzreife im November 2000 wird man sie dann auch in Zukunft auf dem einen oder anderen Golfplatz sehen...
Vor ein paar Jahren begann sie eine Karriere als Modell für Mode und Kosmetik, sozusagen als "zweites Standbein".
Das Thema Kinder und geregeltes Familienleben hat sich in Anja Kruses turbulentem Leben nie ergeben. Und das ist völlig in Ordnung.
Stattdessen engagiert sie sich (seit 2002) in ihrer freien Zeit für die Christoffel Blindenmission und die SOS-Kinderdörfer und unterstützt deren Projekte.
Anja Kruse ist seit 1994 praktizierende Buddhistin und Mitglied der Laienorganisation Soka Gakkai, (NGO-member der UNO) die auf der Basis der Lehre Buddhas (Lotus-Sutra) sich für den Weltfrieden einsetzt
2010
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